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Schmerfeld
beging sein 700-jähriges Jubiläum mit
einem großen Dorffest und vielen Attraktionen
2.
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zum Teil 1
Im
Erdgeschoss präsentierte der Künstler Rolf Huber, einer der bedeutendsten
Maler unserer Region, von ihm geschaffene Ölgemälde und Lithographien. Dabei
waren auch Bilder aus der Schmerfelder Flur und der näheren Umgebung.
Die Ortschronistin von Schmerfeld,
Frau Karola Struppert, die diese gewissenhafte ehrenamtliche Tätigkeit seit über
einem Jahrzehnt mit viel Engagement und Fleiß ausübt, stellte in der
Bohlenstube des Fachwerkhauses mehrere Bände der Chronik von Schmerfeld vor und
erläuterte sie den Besuchern. Eine besondere historische Kostbarkeit bildet
dabei die exakte Übersicht über alle Häuser von Schmerfeld und deren Bewohner
zu verschiedenen Zeiten, die vom früheren Bürgermeister Karl Hesse angelegt
worden war, von Siegfried Schmidt, dem "guten Gewissen von
Schmerfeld", aufbewahrt und zur Verfügung gestellt wurde und von Karola
Struppert genauestens weitergeführt wird. Die Schmerfelder Bohlenstube gehört
übrigens zu den wenigen ihrer Art im Ilm-Kreis. In der Schwarzküche wie auch
in der Bohlenstube wurden vielfältige Haushaltsgeräte aus Großmutters Zeiten
den Gästen präsentiert, die von den einheimischen Bürgern als Leihgabe für
dieses Fest zur Verfügung gestellt wurden. Der Ökohof aus Holzhausen zeigte
eine reichhaltige Ausstellung verschiedener Gewürzpflanzen. Zur kulinarischen
Stärkung der Besucher hatten die Schmerfelder Frauen ein reichhaltiges Kuchenbüffet
aufgebaut.
Im
Obergeschoss des Fachwerkhauses wurden eine umfangreiche Puppensammlung,
historische Küchen- und Bettwäsche, Bügeleisen, eine wertvolle
Porzellansammlung und viele andere geschichtliche Zeitzeugnisse aus dem Hause
Jahn und anderen Schmerfelder Familien der Öffentlichkeit präsentiert. Vom
Heimatverein Großliebringen waren zwei Frauen in historischen Trachten mit
ihren Spinnrädern gekommen und führten meisterhaft ihr Können mit dieser
alten Handwerkstechnik vor. Frau Doreen Denner aus Stadtilm zeigte in einem
separaten Zimmer eine umfangreiche Ausstellung zum Raumschmuck aus
Naturmaterialien und demonstrierte, wie man diese Dinge selbst herstellen kann.
Souvenirs zum Schmerfelder Jubiläum konnte man bei Herrn Gerhard Fischer als
Andenken erwerben. Die "Schmerfeld -Bilder und Schalen" mit dem Motiv
des Fachwerkhauses wurden in einer Gemeinschaftsaktion von Herrn Fischer, dem Bürgermeister,
der ALTARA-Stiftung und der Porzellanmalerei Lothar Dietzel in Bücheloh extra
zum Fest entworfen, gestaltet und angefertigt.
Für
die Kinder war es wohl im Dachgeschoss des "altes Hauses" am
spannendsten. Hier konnten sie Figuren und Motive aus Ton und aus Gips unter
Anleitung von Frau Beate Bocklitz aus Geilsdorf und Margarete Jahn selbst
basteln. Diese Kreativschule wurde ergänzt durch eine umfangreiche Präsentation
verschiedener Erzeugnisse, die aus den Werkstoffen Ton und Gips gefertigt wurden.
Somit
waren zum Jubiläum "700 Jahre Schmerfeld" zum ersten Mal neben den
"Tagen des offenen Denkmals", an denen das Fachwerkhaus seit Jahren für
die Besucher geöffnet ist, in das "alte Haus" wieder richtiges Leben
und mannigfaltige Aktionen seit dem Beginn der Restaurierung eingezogen. Dies
stellten auch Prof. Landmann, Landrat Dr. Senglaub und Kulturamtsleiter Dr.
Schaefer bei einer Besichtigung des Fachwerkhauses am Vorabend freudestrahlend
fest.
Neben
dem Fachwerkhaus fanden die "Freiluftspiele" für die Kinder statt.
Hier brachte sich die Familie Bachmann, die erst vor kurzem nach Schmerfeld
gezogen ist, sehr initiativreich als Ideengeber und Gestalter ein. Weiterhin
luden zwei Pferde vom Reiterhof Hörnlein aus Oberpörlitz, organisiert von
Familie Licht, die Kinder zum Reiten ein. Die Schützengesellschaft Plaue mit
Frank Mämpel veranstaltete an ihrem Stand ein Preisschießen.
Im
Hof des Fachwerkhauses präsentierte der Pfarrer des Kirchspiels Neuroda, Bodo
Gindler, Broschüren, Veröffentlichungen und Publikationen zur Geschichte der
Heimat und der Kirchen des Wipfragebietes. Passend zum Anlass trug er dazu ein
Kostüm eines historischen Mönchs. Daneben zeigten zwei Vertreter des
"Freien Ritterbundes Thüringen" in mittelalterlicher Kleidung ihr Können
mit Schwertern, Lanzen und Messern. Jeder Interessierte konnte einmal in solch
eine Ritterrüstung "schlüpfen". Die Schaukämpfe der jungen Ritter
fanden begeisternden Anklang bei den Zuschauern.
Für
das leibliche Wohl war bei diesen vielen Attraktionen auch bestens gesorgt. Die
Gaststätte Schmidt versorgte die Gäste mit Getränken; es gab Bratwürste und
Rostbrätel vom Grill und als besondere Spezialität Rehbraten mit Klößen
sowie Spanferkel. Dies hatten der Jagdpächter Ludger Ferling, die Schmerfelder
Jagdgenossenschaft, die Landwirtschaftliche Erzeugergesellschaft mbH
Branchewinda und die Agrargenossenschaft Bösleben e. G. organisiert und
zubereitet.
Ein
besonderes Erlebnis war der Auftritt des Jugendblasorchesters Gräfenroda unter
Leitung von Reinhard Schmidt. In einem 2-Stunden-Programm boten die Jungen und Mädchen
auf ihren Instrumenten den Zuhörern ein äußerst reichhaltiges Repertoire, das
vom Rennsteiglied über ein Trompetenecho bis zu Weltmelodien von Frank Sinatra,
Glenn Miller und den Beatles reichte.
Die
neue Schmerfelder Einwohnerin , Frau Renate Rosenberger, zeigte Kunststücke mit
ihrem Flugzeug über den Dächern von Schmerfeld. Am Abend fand im Gemeindesaal
ein großer Jubiläumstanz mit der Kapelle "Onkel Ole" aus Königsee
statt. Viele Schmerfelder und ihre Gäste schwangen bis tief in die Nacht
begeistert das Tanzbein.
Pfarrer
Bodo Gindler gestaltete am Sonntag einen musikalischen Festgottesdienst mit
geschichtlichen Elementen in der Schmerfelder Kirche, der unter dem Motto
"700 Jahre Leben und Glauben" stand. Die Kirchenälteste, Frau Helga
Schönheit, hatte zuvor mit den Frauen des Dorfes mit dem Pfarrer die Kirche
festlich ausgestaltet. Vor zwei Jahren wurde in einer großen
Gemeinschaftsaktion der Kirchgemeinde, der Einwohner und Vereine des Ortes, des
Christlichen Jugenddorfes Ilmenau, verschiedener Firmen, des Thüringer
Wissenschaftsministeriums und weiterer Helfer unter Leitung von Bodo Gindler der
Innenraum der Kirche komplett renoviert und farblich neu gestaltet. Die
Schmerfelder Dorfkirche "St. Gallus" selbst wurde in der Zeit der
Romanik um 1150 erbaut und im Jahre 1443 erstmals urkundlich erwähnt. Die
heutige Orgel in der Kirche war am 16. September 1934 nach dem Einbau von der
Kirchgemeinde eingeweiht worden. Zum Gottesdienst wurde sie von der Organistin
Frau Karthäuser aus Wipfra gespielt.
Der
Festgottesdienst wurde musikalisch in hervorragender Qualität umrahmt vom Sing-
und Freundeskreis "Laudate" aus Saalfeld sowie von einer Flötengruppe,
ebenfalls aus Saalfeld. Pfarrer Gindler ging in mehreren Darstellungen auf die
Gründung und die Entwicklung der hiesigen Dörfer, das Leben ihrer Menschen und
die Rolle des Glaubens ein. Besonders stellte er die Zeit vor und nach der
Reformation dar und würdigte dabei die Verdienste Martin Luthers. Mit
verschiedenen Gewändern präsentierte er persönlich das Erscheinungsbild von
Kirchenoberhäuptern in verschiedenen Zeitabschnitten. Dieser Festgottesdienst
wurde von den vielen Besuchern, die Kirche war auf mehreren Etagen fast bis
auf
den letzten Platz gefüllt, begeisternd und anerkennend aufgenommen.
Am
Nachmittag wurde auf dem Dorfanger rund um das Fachwerkhaus ein zünftiger
Ausklang des Festwochenendes mit Musik und einem nochmaligen reichhaltigen Essen
gestaltet. Den Besuchern des Festes zum Jubiläum "700 Jahre
Schmerfeld" werden die Feierlichkeiten in sehr angenehmer Erinnerung
bleiben.
Das
Festkomitee "700 Jahre Schmerfeld" möchte an dieser Stelle allen
Personen, Vereinen, Gruppen, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen sowie
allen Mitwirkenden für die umfangreiche
und vielfältige Unterstützung bei der Vorbereitung und Realisierung aller Aktionen
und Veranstaltungen zum Jubiläum unseres Heimatortes ein recht herzliches Dankeschön
aussprechen. Stellvertretend für die vielen Förderer und Helfer möchten wir
uns bedanken bei:
-
Bundestagsabgeordnete
Frau Petra Heß;
-
Landrat
des Ilm-Kreises, Herr Dr. Lutz-Rainer Senglaub;
-
Kultur-
und Sportamt des Ilm-Kreises;
-
Sparkasse
Arnstadt-Ilmenau;
-
Gemeinderat
und Gemeindeverwaltung der Einheitsgemeinde Wipfratal;
-
Landwirtschaftliche
Erzeugergesellschaft mbH Branschewinda;
-
Fa.
Bohr- und Sprengtechnik Wolfgang Amthor, Schmerfeld;
-
Fa.
M. + R. Jahn GbR - Wertstofferfassung und Papiervertrieb, Schmerfeld;
-
Diplom-Tierarzt
Gerhard Fischer, Schmerfeld;
-
Gaststätte
Gudrun Schmidt, Schmerfeld;
-
Agrargenossenschaft
Bösleben e. G.;
-
Jagdpächter
Ludger Ferling, Recklinghausen, und viele andere. 
V. S.
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