Kirchen

1. Kirchen im Kirchspiel Neuroda

Allgemeines:

Rundum von den Vorbergen des Thüringer Waldes eingeschlossen (der sog. Reinsfelder Kessel), liegen die 5 Dörfer Neuroda, Wipfra, Kettmannshausen, Schmerfeld und Reinsfeld. Die Kirchen in diesen Orten sind etwa zur gleichen Zeit entstanden und weisen gewisse bautypologische Übereinstimmungen auf. Sie sind alle als einfache einschiffige Saalkirchen mit Rundapsis im Osten im Stil der Romanik erbaut. Dem aufmerksamen Betrachter entgeht nicht, dass unsere Kirchen mehrmals im Baustil verändert, vergrößert oder überbaut worden sind. Im 14.Jhd. wurden an allen genannten Kirchen Umbauten zu Wehr- oder Speicherkirchen vorgenommen. Die alten Sandsteinmauern, veränderte Fensterdurchbrüche, romanische Putzreste, Mauern und Türme mit Wehrcharakter, in Stein gehauene Jahreszahlen, Malereien, die Inneneinrichtungen und die Kunstgegenstände sprechen eine deutliche Sprache und geben Auskunft darüber, mit wieviel Geschick und Können Baumeister und Handwerker vor Hunderten von Jahren gearbeitet haben.

Kirche im Ortsteil Neuroda

Name der Kirche: ohne Patrozinium

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
12. Jhd. Romanisch Apsis an der Ostseite, Turm an der Westseite
1738 Vernichtung durch Brand am Neujahrstag völlig abgebrannt
1740 Barock Neubau der Kirche (Baumeister J.E. Straußberger) bis heute in dieser Form erhalten
bis 1907 hatte der Kirchhof eine völlige Ummauerung, dann ein Teil abgetragen wegen Baufälligkeit
90er Jahre gründliche Sanierung der Kirche

Kirche im Ortsteil Kettmannshausen

Name der Kirche: St. Nikolai

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
1180 Romanisch Kleine Kapelle (Vikarie-Kapelle) aus Sandsteinmauerwerk.
Die untere Mauer der Kirche und der Apsis stammen noch aus dieser Zeit.
verschied.
Umbauten im 17.Jhd und 19.Jhd.
1696 wird aufgestockt und der Dachreiter erstmals erwähnt,
1722 Einbau einer Uhr; außerdem beherbergt der Dachreiter die älteste Glocke des Wipfratales von 1491; der Taufstein ist aus dem Jahr 1597
1859 im Inneren umfangreiche Baumaßnahmen – Einbau der 2. Empore, der Kanzel, des Altares und Erneuerung Orgel, große Rechteckfenster für mehr Licht
ab 1992 gründliche Restaurierung
1997 Wiedereinweihung der Kirche
um die Kirche herum wurde ein biblischer und symbolischer Garten gestaltet und lädt zum Verweilen ein

Kirche im Ortsteil Reinsfeld

Name der Kirche: ohne Patrozinium

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
989 Romanisch Die älteste und größte der Kirchen im Reinsfelder Kessel.
Außergewöhnliche Schmuckelemente u. das sorgfältige Mauerwerk weisen auf einen hohen überregionalen Rang des Bauwerkes hin – wahrscheinlich durch Reichsabtei Hersfeld errichtet;
Der Turm wurde von Grund auf sorgfältig mit Kleinquadermauerwerk errichtet; das Kirchenschiff hat romanische Ritz- und Bandfugen; die Bandfugen an West- und Südwand der Kirche sind zu dieser Zeit eher selten; Rundbogenfenster mit romanischer Putzbekleidung;
versch. Umbauarbeiten: im Chorraum Kreuzrippengewölbe u. Steinkonsolen mit menschlichen Gesichtsmasken;
Steinplatte in nördlicher Turmwand einzigartig im Arnstädter Raum
2006 Beginn von Umbauarbeiten Freilegung von Mauerresten , die Archäologen um das Jahr 1000 datieren;
Einbau von Bleiglasfenstern; Bibelgarten um die Kirche
Einweihung und Abschluss 1. Bauabschnitt der Sanierung im Juli 2007


Kirche im Ortsteil Schmerfeld

Name der Kirche: ohne Patrozinium


Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
12. Jhd. Romanisch Apsis mit verdeckter Apsismalerei
Barockzeit Mehrere Umbauten unter Beibehaltung des romanischen Baukörpers; Einbau von Emporen usw.
2001 Komplette Innenrenovierung der Kirche

Kirche im Ortsteil Wipfra

Name der Kirche: ohne Patrozinium

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
Mitte 12.Jhd.
1. Bauphase

Romanisch Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich die Deckenmalerei in der gewölbten Rundapsis (1967 wiederentdeckt) – Christus umgeben vom Licht einer Mandorla
2. Bauphase im Jahr 1356

Das Schloss Wipfra wurde zu dieser Zeit als Soldatenherberge genutzt, des halb wohl auch Ausbau der Kirche als Wehrkirche; Apsis wurde erhöht und eine Umwehrungsmauer (3m hoch) mit einem starkwandigen Torbau errichtet.
16. Jhd. Im Inneren Wandmalerei an Ostwand der Kirche „Garten Eden mit Adam und Eva“
seit 2007 Einweihung des Wipfraer Bilderzyklus; 24 restaurierte ehemalige Emporenbilder

2. Kirchen im Kirchspiel Marlishausen

Allgemeines:

Marlishausen, Dannheim, Branchewinda, Görbitzhausen und die Kirche in Ettischleben (Kirchspiel Alkersleben) – allen 4 Kirchen ist es eigen, nicht in der Dorfmitte, sondern auf einer Anhöhe über dem Dorf erbaut zu sein; in unserem mitteldeutschen Gebiet weist die erhöhte Lage von Kirchen auf frühe Gründungen in Zusammenhang mit der Christianisierung durch Wynfrith Bonifatius (671-754) hin.
Von den ersten Kirchenbauten finden sich keine Spuren mehr. Sie waren aus Holz errichtet worden. Erst als in der romanischen Zeit das Bauen mit Steinen aufkam, wurden mit großer Kunstfertigkeit Feldsteine zu einem regelmäßigen Mauerwerk verarbeitet.
Die anfangs romanischen Kirchen sind im Laufe der Zeit oft umgebaut und stilistisch verändert worden, am meisten in der Barockzeit. Aus nahezu allen Epochen ist in unseren Kirchen ein reicher Bestand an Kunstgut und Einrichtungsgegenständen erhalten.

Kirche im Ortsteil Marlishausen

Name der Kirche: St. Peter und Paul

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
1119
Romanisch
Hochmittelalter

Umbau im Stil der Gotik, wenige romanische Reste
16./ 17.Jhd. barocker Umbau Einbeziehung mittelalterlichen Kunstgutes (Schnitzaltar der Saalfelder Schule in der Kanzelwand)

durch Unwetter wurde Turm schwer beschädigt – neue Glockenstube und dazu „welsche Zwiebelhaube“

18.Jhd. weitere bauliche Veränderungen Emporen, die als Männerstände fungieren, sowie große Fenster
ab 1987 vollständige Sanierung statische Sicherung und neuer Innenausbau; Turm mit Kupfer neu gedeckt
1996 Fund einer alten Truhe hinter der Kanzel (Urkunden, Textilien für Altar und Kupfermünzen)
2004 Wiedereinweihung der Kirche

Kirche im Ortsteil Hausen

Name der Kirche: St. Nikolaus

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
Mitte des 12.Jhd.
Romanisch Tympanon (Türbogenfeld)
zunächst eine Kapelle, später nach Westen hin verlängert
um 1300 Umbau im Stile der Gotik spitzbögige Fenster- und Türöffnungen
15. Jhd. neues Obergeschoss mit Schießscharten
um 1500 Aufstellung eines Schnitzaltares der Saalfelder Schule
18. Jhd. bauliche Veränderungen Emporen und große Fenster.
Anhebung des Fußbodens um ca. 1m, eine neue Pforte wird in den Westgiebel gebrochen, wahrscheinlich als Schutz vor dem Hochwasser der Wipfra.
1932 der aus Erfurt zugezogene Maler Emil Uhlworm stiftete zwei riesige Ölgemälde mit biblischen Themen
90er Jahre Sanierung Kirche und Orgel

Kirche im Ortsteil Branchewinda

Name der Kirche: St. Jacobus d.Ä.

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
spätes 12. Jhd. romanischer Stil Ritzfugentechnik
Aus dieser Zeit ist in der Apsis ein Jacobus-Oculus erhalten
Am Jacobustag, dem 25. Juli, fängt es das Licht der aufgehenden Sonne ein und lenkt es auf die Altarplatte, in welcher sich eine Reliquienvertiefung befindet.
Die Kirche liegt an einem der Pilgerwege nach Santiago de Compostela (Nordspanien), dem größten Jacobusheiligtum Europas.
Barockzeit Umbau Ausstattung vorwiegend barock, außer einer Apsismalerei aus der Bauzeit der Kirche und einem Schnitzaltar aus dem Spätmittelalter
bis 1992 Gründliche Sanierung der Kirche

Kirche im Ortsteil Dannheim

Name der Kirche: St. Bonifatius

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
Einige Gegenstände und mittelalterliches Kunstgut der Kirche weisen bis ins Jahr 1269 zurück;
1775 – 1778 Barock Vorgängerbau wurde abgetragen, vollständiger Neubau der Kirche
unter Pfarrer Johann Christian Stieda
wertvolle Innenausstattung in weiß und golden im Stile des Rokkoko
bis 1995 vollständige Sanierung der stark beschädigten Kirche
festliche Wiedereinweihung

Kirche im Ortsteil Görbitzhausen

Name der Kirche: St. Johannes

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
12. Jhd. romanisch Einige Gegenstände und mittelalterliches Kunstgut der Kirche weisen bis ins Jahr 1269 zurück;
17. – 19. Jhd. Mehrfacher Umbau, Neuanlage von Fenstern und Türen;
Einbau von Emporen und Kanzelwand, so dass der romanische Baukörper kaum noch erkennbar ist.
2001 Beginn der Sanierung
seit 2004 Wiedernutzung der Kirche für Gottesdienste und Konzerte

3. Kirchen im Kirchspiel Elxleben

Kirche im Ortsteil Ettischleben

Name der Kirche: St. Cyriakus

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
12. Jhd. romanischer Stil als Kapelle
1508 bei Umbau gotische Stilelemente Umbau zur genannten Kirche;
sehenswert sind die Holzempore im gotischen Stil, die prachtvollen spätgotischen Chorfenster sowie Teile der barocken Kirchenausstattung
1846 Einbau neuer Orgel
1927 Erneuerung; Innenausbau Konzerte
2001 Turm wurde neu beschiefert

4. Kirche im Kirchspiel Oberwillingen

Kirche im Ortsteil Roda

Name der Kirche:

Bauzeit
Bauweise
Bemerkung / Besonderheiten
1861 Fachwerkbau Ein vom Kirchenschiff abgetrennter Raum dient als Gemeinde- und Gottesdienst-Raum